Nach einer 12jährigen Schmerzkarriere war ich am Ende. Ich war nur noch ca. 3 Std. am Tag bei vollem Bewusstsein und wollte meiner Frau nicht so ein Mann sein, meinem Sohn nicht so ein Vater sein und ich nicht so als Mann leben.

Nach zwei gescheiterten Existenzen, der Trennung 1988, der Scheidung 1992 und der Wiedervereinigung 1994 war ich so gesehen nicht mehr lebensfähig. Der Schmerz hat mich immer wieder an meine Grenzen der Belastung geführt ohne dass ich es wahr haben wollte.

Ich habe immer versucht ehrlich zu sein, was mir nicht immer gelungen ist und die Wahrheit ist heute noch mein Leitmotiv. So habe ich 1997 offen über meinen Abschied vom Leben gesprochen.

Meine Frau und mein Hausarzt haben mich dann überzeugt, noch einmal eine Schmerztherapie zu machen.

Durch meine endgültige Haltung denn es gab kein Zurück für mich, hatten die Therapeuten schnell meine Sprache verstanden. Ich bin innerhalb von Tagen, stationär aufgenommen worden, nachdem wir den Behandlungsplan und das Behandlungsziel abgesprochen hatten.

Ich wurde auf ein retardiertes (lang wirkendes) Opiod eingestellt, einem muskelentspannendes Schmerzmittel und einem Antidepressiva eingestellt. Die Psychotherapeutin arbeitete mit mir eine Strategie für die Zukunft aus und der Physiotherapeut wendete neben der herkömmlichen Physiotherapie, Kinesiologie an. Er ging immer nur bis zur Schmerz- nicht bis zu meiner Leistungsgrenze.

Nach den 14 Tagen stationär wurde ich noch ca. 1,5 Jahre weiter ambulant behandelt.

Da ich so schnell eine Schmerzlinderung erfuhr, suchte ich Menschen um dieses weiter zu geben und um über meine Probleme zu sprechen. Ich initiierte eine Selbsthilfegruppe (SHG). Das Therapeuten-Team unterstützte mich zu Anfang.

So bin ich heute noch Dr. med. Peter Thunert, der Psychologin Frau Lucke und dem Physiotherapeut Michael Wollmer dankbar. Ihnen ist es zu verdanken, dass ich heute hier sitze und dieses Schreiben kann.