Schnell hatte ich gemerkt, dass Selbsthilfe mit Selbstbedienung verwechselt wurde und das alles seinen Preis hat. Nach der Erfahrung im ersten Jahr hatten wir gemeinsam ein Konzept erarbeitet, dass für mich bindend war.

Selbsthilfe ist:

  1. nicht hierarchisch
  2. kostenlos
  3. freiwillig

Mein Antrieb war, etwas positiv für die Menschen die an Schmerzen leiden, zu verändern.

Mir wurde klar, dass wenn der medizinische Prozess abgeschlossen war, immer noch der sozialrechtliche in vollem Gang war. Was nützt die beste Schmerztherapie wenn man vor Sorgen über die soziale Absicherung nicht einschlafen kann.

Da ich in der Schmerztherapie erfahren hatte, dass ich „chronisch Schmerzkrank“ war, machte ich mich auf den Weg etwas über den chronischen Schmerz zu erfahren. Das Internet steckte noch in den Kinderschuhen und stundenlang in der Bibliothek zu sitzen war meiner Gesundheit nicht zuträglich.

Hier half Kommissar Zufall, in Form eines früheren Freundes, der sich als Neurochirurg und Schmerztherapeut niedergelassen hatte. Er ermöglichte mir den Zugang zu dem medizinischem System. Dann bekam ich 1999 ein Lehrbuch über die Schmerztherapie. Dieses übersetzte ich mir mit Pschyrembel (medizinisches Lexikon), einem Fremdwort-Lexikon und einem Latein-Lexikon übersetzte ich mir dieses Buch. Da ich keine medizinische Vorbildung hatte war das kein leichtes unterfangen. Mit der Zeit wurden die Veranstaltungen im Rahmen des chronischen Schmerzes aber immer verständlicher für mich.

So wurde ich im Laufe der Jahre zu einem Schmerzexperten in eigener Sache.

Die Mitglieder der SHG profitierten davon. Von 1999-2008 war ich Mitglied der Deutschen Schmerzliga (DSL). Ich hoffte, dass die DSL würde die regionale Arbeit auf Bundesebene umsetzen. Leider waren wir nur Mittel zum Zweck.

Die Mitglieder der SHG kamen, befriedigten ihre Ansprüche und verschwanden. So sind wir nie über 60 Mitglieder geworden und wurden mit der Zeit immer weniger. Die aktive Unterstützung zur Umsetzung der Erfahrung wurde aus Gründen der Bequemlichkeit, versagt.

Als wir 2007, nach einer fast 2jährigen Diskussion, zum Verein mit Beiträgen wurden, lösten sich die meisten Mitglieder von der Organisation.

Fazit

Die meisten Initiatoren einer SHG gehen mit viel Elan an die Sache und werden nach getaner Arbeit in Scheingefechte geführt, die nichts mit der Veränderung zum Vorteil der Nächsten zu tun hat. Man meint, dass man Ältestenrechte hat oder ein Anrecht auf Treuebonus etc. Eine politische Veränderung zum Vorteil aller Schmerzkranken findet nicht statt. Es werden immer Einzellösungen und -erfolge erzielt. Der Einsatz der Aktiven wird nicht honoriert.